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Übersicht EPO
(Kurzzusammenfassung aus Brockhaus, Wikipedia, Triathlon, Fachzeitschriften)

Kurzübersicht:
Das natürlich im Körper vorkommende Hormon Erythropoetin (EPO) wird in der Niere gebildet und regt die Produktion der roten Blutkörperchen an. Dadurch wird die Sauerstoffversorgung der Körperzellen und damit die Ausdauerleistungsfähigkeit verbessert. Von diesem Effekt wollen Ausdauersportler profitieren, die ihrem Körper EPO künstlich zuführen. Das ist allerdings nicht nur verboten - EPO steht auf den Dopinglisten der Sportverbände und der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), sondern gefährdet auch die Gesundheit. Die zunehmende Zähflüssigkeit des Blutes durch eine Manipulation mit EPO kann in Kombination, mit der für Ausdauersport charakteristischen niedrigen Herzfreqenz und zusätzlich niedrigem Blutdruck, zu einer lebengefährlichen Thromboembolie (Gefäßverschluss) führen. Gegen den Missbrauch führen die Internationalen Fachverbände Kontrollen bei Ausdauersportlern durch.
Da gab (gibt?) es in den früheren (heutigen?) Zeiten Radfahrer, die mussten (müssen?) in der Nacht aufs Rad gesetzt werden, damit das Blut schön in Fahrt bleibt.

Fundierte Erklärung.
EPO, Erythropoietin, Epoetin , historisch auch: Hämatopoetin ) ist ein Glykoprotein - Hormon , das als Wachstumsfaktor für die Bildung roter Blutkörperchen
( Erythrozyten ) während der Blutbildung ( Hämatopoese ) von Bedeutung ist. Erythropoetin zählt damit zu den so genannten „ Erythropoiesis Stimulating Agents “ (Kurzform: ESA). Als Therapeutikum wird biotechnologisch hergestelltes Erythropoetin vorwiegend bei der Behandlung der Blutarmut von Dialysepatienten , bei denen die Blutbildung infolge eines Nierenversagens gestört ist, und nach aggressiven Chemotherapiezyklen eingesetzt. Daneben erwarb sich EPO durch zahlreiche Dopingskandale insbesondere im Radsport den zweifelhaften Ruf als „Radfahrerdroge“.

Ein Teil der Komplikationen mit denen zu rechnen ist
Nebenwirkungen und Kontraindikationen Da EPO-Rezeptoren auf der Oberfläche verschiedenster Tumorzellen gebildet werden, besteht grundlegend die Möglichkeit, dass die Verabreichung von EPO-Präparaten das Wachstum von Malignomen jeglicher Art stimulieren kann. Zwei kontrollierte klinische Studien, in denen Patienten mit verschiedenen Krebsarten einschließlich Kopf-Hals-Tumoren sowie Brustkrebs mit rekombinantem EPO behandelt wurden, zeigten einen ungeklärten Anstieg der Mortalität. (Die Mortalität (von lat. mortalitas das Sterben), Sterblichkeit oder Sterberate ist ein Begriff aus der Demografie . Sie bezeichnet die Anzahl der Todesfälle, bezogen auf die Gesamtanzahl der Individuen oder, bei der spezifischen Sterberate , bezogen auf die Anzahl der betreffenden Population, meist in einem bestimmten Zeitraum). Gute Erfahrungen bestehen bei der Anämiebehandlung von Multiplem Myelom, Non-Hodgkin-Lymphom und chronisch lymphatischer Leukämie. Aufgrund der Nebenwirkungsweise ist bei hypertonischen Patienten besondere Vorsicht geboten. Missbrauch von Gesunden (etwa für Dopingzwecke) kann zu einem übermässigen Anstieg des Hämatokritwertes führen. Dies ist mit dem Risiko lebensbedrohlicher Komplikationen des Herz-Kreislauf-Systems ( Thromboserisiko durch Hämokonzentration bei Polyglobulie ) verbunden.

EPO-Doping
Je mehr rote Blutkörperchen dem menschlichen Blutkreislauf zur Verfügung stehen, desto leistungsfähiger arbeitet der gesamte Organismus, weil den Zellen entsprechend viel Sauerstoff zur Verfügung steht. Aus diesem Grund wird EPO bereits etwa seit Ende der 1980er Jahre zum Zweck der Leistungssteigerung missbraucht. Vor allem Ausdauersportler profitieren von der Wirkung; durch den erhöhten Anteil an Erythrozyten im Blut steigt allerdings die Gefahr von Blutgerinnseln . EPO (und in der Folge auch alle weiteren Derivate wie zum Beispiel Darbepoetin) steht seit 1990 auf der Dopingliste der internationalen Anti-Doping-Organisation (WADA) , der Einsatz ist also im Wettkampfsport verboten. Ein praktikables Nachweisverfahren von nicht körpereigenem EPO kann seit 2000 auch bei Urinproben angewandt werden (s. u.).
Nach Berechnungen des italienischen Sportwissenschaftlers Prof. Alessandro Donati dopen sich weltweit 500.000 Menschen mit EPO. Gemäß den Untersuchungen Donatis übersteigt die jährlich produzierte Menge an EPO den tatsächlichen therapeutischen Bedarf um das Fünf- bis Sechsfache.
Bei diesen Zahlen können es nicht nur sogenannte Spitzenathleten sein, bei denen es eventuell um viel Geld geht sondern da müssen auch Personen aus den unteren Leistungsklassen dabei sein (nur um besser zu sein, mit der Gesundheit spielen - Vollidioten - da ist dann mit Doping, unter Blinden der Einäugige König -ist es das WERT???)
Der Mediziner, Ausdauersportler und Doping-Experte Jürgen Reul unternahm im Sommer 2007 einen weltweit einzigartigen und heftig umstrittenen Selbstversuch. Er fuhr die legendäre Tour de France-Etappe nach L'Alpe d'Huez am 21. Juni im ungedopten Zustand und nochmals am 4. Juli nach einer zweiwöchigen „EPO-Kur“. Ohne die Einnahme von EPO benötigte er für die 21 Serpentinen 70 Minuten, nach erfolgtem EPO-Doping konnte er sich (trotz schlechterer Wetterbedingungen mit Kälte, Regen und Gegenwind) um etwa 5 % auf 66 Minuten verbessern. Reul beschreibt in einem Interview mit dem Sport-Informations-Dienst ( sid ) auch die psychische Wirkung der EPO-Einnahme, die in einer (so wörtlich:) „höheren Kampfmoral und unterschwelligen Aggressionen“ bestand.

Ganz kurzer Überblick der überführten DOPING - Sünder, damit man sieht - es zieht sich quer durch den Gemüsegarten.

- Zum ersten juristisch verwertbaren EPO-Dopingfall in der Geschichte der Leichtathletik wurde der Italiener Roberto Barbi. Der Marathonläufer wurde bei einer Kontrolle im Vorfeld der Leichtathletik-WM 2001 in Edmonton positiv getestet. Nachdem ihm bereits 1996 der Missbrauch von Ephedrin nachgewiesen worden war, wurde er nun für vier Jahre gesperrt. Die Sperre wurde später auf 25 Monate reduziert. Beim Halbmarathon-Meeting im französischen Mende wurde der italienische Meister von 1999 und 2000 im Juli 2008 neuerlich positiv auf beide Substanzen getestet. Das Nationale Olympische Komitee Italiens (CONI) beantragte im Januar 2009 eine lebenslange Sperre für Barbi.
- Im November 2004 wurde der Teamarzt des italienischen Fußballmeisters Juventus Turin , Ricardo Agricola, vom Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne wegen Sportbetrugs und Verabreichung gesundheitsgefährdender Medikamente zu 22 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.
- Der frühere Chef des US-amerikanischen Pharmaunternehmens BALCO , Victor Conte , hat eingestanden, den ehemaligen Box-Weltmeister Shane Mosley mit EPO und Steroid-Präparaten versorgt zu haben.
- Der ehemalige finnische Nationaltrainer Kari-Pekka Kyrö gab im Januar 2009 bekannt, dass er im Vorfeld der Nordischen Skiweltmeisterschaft 2001 an der Verschleierung des EPO-Dopings der Langläuferin Virpi Kuitunen durch Verabreichung von Plasma-Expandern beteiligt war. Die Athletin selbst schweigt bisher zu den Vorwürfen.
- Am 5. August 2008 wurden drei russische Geher ( Wladimir Kanajkin , Aleksei Wojewodin und Wiktor Burajew ) suspendiert. Die russische Agentur All Sport meldete, der Grund seien positive EPO-Tests.
- im Mai 2008 wurde die A-Probe der österreichischen Triathletin und Olympia-Kandidatin Lisa Hütthaler positiv auf EPO getestet. Inzwischen wurde auch in der B-Probe EPO nachgewiesen und Hütthaler vom Dienst im österreichischen Bundesheer suspendiert. Im Oktober 2008 folgte die Verurteilung zu einer zweijährigen Dopingsperre durch die nationale Anti-Doping-Agentur Österreichs.
- Im März 2008 wurde bei der österreichischen Langstreckenläuferin Susanne Pumper und der Slowenin Helena Javornik im Zuge einer Wettkampfkontrolle EPO nachgewiesen. Auch die B-Probe von Pumper wurde kurz darauf positiv getestet. Javornik wurde zunächst vom slowenischen Verband wegen Zweifel an der Richtigkeit des Doping-Tests freigesprochen. Ende Juli 2008 legte der internationale Leichtathletikverband IAAF Einspruch gegen die Entscheidung des nationalen Verbandes beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) ein. Die vorläufige Suspendierung trat dadurch wieder in Kraft, so dass Javornik nicht bei den Olympischen Spielen in Peking starten durfte. Susanne Pumper wurde im Oktober 2008 für zwei Jahre gesperrt.
- Im Juni 2005 ergab eine Routinekontrolle der Fachkommission für Dopingbekämpfung FDB von Swiss Olympic ein EPO-Doping bei Brigitte McMahon , Siegerin im Triathlon bei den Olympischen Spielen von Sydney 2000. Sie trat daraufhin vom aktiven Leistungssport zurück.
- Am 13. Oktober 2008 vermeldete der Geschäftsführer der österreichischen nationalen Antidoping-Agentur , Andreas Schwab, dass Stefan Schumachers Teamkollege Bernhard Kohl während der Tour de France 2008 offenbar ebenfalls mit dem Dopingpräparat CERA gedopt hat; bei Nachkontrollen wurde die A-Probe als positiv begutachtet. Am Folgetag gab Hans-Michael Holczer den sofortigen Rückzug seines Teams Gerolsteiner bekannt und kündigte seinen persönlichen Rückzug aus dem Radsport an. Bernhard Kohl hat den Dopingmißbrauch mittlerweile gestanden.

Nachweis von EPO
Die Problematik für den Nachweis von EPO-Missbrauch liegt in der deutlich kürzeren Halbwertszeit des Hormons im Blut im Vergleich zur Dauer der künstlichen Leistungssteigerung. Das verabreichte EPO ist bereits nach wenigen Tagen völlig abgebaut und nicht mehr nachweisbar, während hingegen der Doping-Effekt zur Leistungssteigerung noch etliche Tage oder sogar Wochen anhält. Neben dem direkten Nachweis geben Verlaufsprotokolle anderer Blutparameter Aufschluss über möglichen EPO-Missbrauch. Zu diesen Parametern zählen der Hämatokritwert und die Konzentration einzelner Blutzelltypen ( Retikulozyten und Makrophagen ), die Hämoglobin - und Eisentransferrin -Rezeptorkonzentration sowie die Gesamtserumkonzentration von EPO. Auf Grundlage dieser Parameter wurde 2001 von Wissenschaftlern des Australischen Instituts für Sport in Adelaide unter der Leitung des Sportmediziners Robin Parisotto ein statistisches Modell vorgestellt, das den Nachweis eines EPO-Missbrauchs auch noch dann ermöglicht, wenn die künstlich verabreichte Substanz im Urin nicht mehr nachweisbar ist . Dieses Modell wurde in den Jahren 2003 und 2006 verfeinert. Für die Datenerfassung ist die Analyse von Blutproben erforderlich. Der internationale Radsportverband UCI hat nach zahlreichen Dopingfällen im Radsport inzwischen einen „Blutpass“ eingeführt, in den die Blutwerte bei Doping-Kontrollen untersuchter Radprofis eingetragen werden. Im Januar 2009 gab Parisotto nach Auswertung zahlreicher Blutprofile bekannt, dass bei mehr als 30 Profis auffällige Werte festgestellt wurden und bei einigen aufgrund dessen mit einer Sperre zu rechnen sei.